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Die ehemalige Landwirtschaftsschule Schwand in Münsingen wird zum Kompetenzzentrum für Biolandbau. Noch fehlt das Ja des Regierungsrats – doch schon bald ziehen erste Bio-Betriebe in die Liegenschaften ein.
Wolf Röcken, Berner Zeitung 19.08.06
Die Initianten des Projekts Bio Schwand sind offenbar auf der Ziellinie. «Wir sind sehr, sehr zuversichtlich», sagt jedenfalls Alfred Schädeli vom Verein Bio Schwand, jener Gruppe, die aus der früheren Landwirtschaftsschule ein Zentrum für Biolandbau machen will. «Die Verhandlungen laufen noch», heisst es beim Kanton, entscheiden werde letztlich der Regierungsrat.
Dies scheint aber nur noch ein formaler Akt zu sein. Denn schon in den nächsten Wochen kann Bio Schwand erste Räume in Münsingen beziehen, wie der Kanton bestätigt. Zu den ersten Mietern gehört voraussichtlich die Fachausbildung für biologisch-dynamische Landwirtschaft. Im Schwand sollen ein Sekretariat, Kursräume und eventuell auch eine Bibliothek bezogen werden. Bald einziehen könnte auch eine Vertretung der Sativa AG, einer Firma, die sich um gentechnikfreie Saatgutversorgung für Biolandbau kümmert. Seit längerem bekannt sind auch die Pläne des Berner Bio-Unternehmers Thomas Vatter. Er will im Schwand einen Laden und eventuell auch ein Restaurant führen.
Ein klares Signal für das Projekt Bio Schwand kam gestern auch vom Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät: «Der Möschberg steht für die Vergangenheit, der Schwand für die Zukunft des Bio-Landbaus», sagte er in seiner Ansprache auf dem Bundesplatz anlässlich des Markts «25 Jahre Bio-Power».
Zuerst eine Umzonung
Bis zur «definitiven Lösung», also einem Übergang an die zu gründende Bio Schwand AG, werde der Verein Teile der Anlage mieten, hält der Kanton in einer schriftlichen Stellungnahme fest. Rechtlich festgelegt wird die Nutzung, wenn das Areal zur Zone mit Planungspflicht umgeteilt wird. Noch liegt der Schwand in einer Zone für öffentliche Nutzung, zweckbestimmt für Landwirtschaft. 2007 soll eine Überbauungsordnung festgelegt werden. Danach sollen Verträge unterzeichnet werden, welche die Übernahme der Liegenschaften regeln.
Der vorzeitige Einzug von einigen Anbietern kommt den Initianten entgegen, «denn wir wollen das Projekt gestaffelt aufbauen», sagt Alfred Schädeli. Bio Schwand möchte eigenständige Unternehmen aus dem Bereich Biolandbau nach Münsingen holen – etwa eine Bäckerei, eine Molkerei, eine Metzgerei oder Büros und Schulen. «Wir wollen auf jeden Fall einen breiten Mix an Anbietern», sagt Schädeli. Die Initianten stellen sich eine Art Gewerbepark vor. Für den Aufbau rechnen sie mit einer Zeit von fünf bis zehn Jahren.
Der Landwirtschaftsbetrieb auf dem Schwand wird seit dem Jahr 2000 von einer Pächtergemeinschaft mit drei Bauernfamilien geführt. Er soll laut den Bio-Schwand-Verantwortlichen integriert werden. Auch hier laufen Verhandlungen. Kanton kann einziehen Bereits gebaut wird im ehemaligen Hauswirtschaftsgebäude auf dem Schwand. Hier zieht das kantonale Jagd- und Naturschutzinspektorat ein. Gegen die Umbaupläne sind keine Einsprachen eingegangen, wie auf der Münsinger Bauverwaltung bestätigt wird. Vorarbeiten laufen, sagt Peter Siegenthaler vom kantonalen Amt für Grundstücke und Gelände. «Wir hoffen, Anfang September mit den Bauarbeiten starten zu können.» Bis zur Umzonung gilt die Nutzung als zonenfremd. Diese Ausnahme war aber im Baugesuch publiziert.
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