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18 Lehrlinge und Lehrfrauen aus der ganzen Schweiz, die im dritten Jahr ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung stehen, begannen ihre Bioschule an der Bio Schwand. Die Schule läuft im vierten Jahr eines Pilotprojektes, welches von Bio Suisse, FiBL, Demeter und dem Inforama des Kantons Bern betreut wird. Sie begeht neue Wege in der Landwirtschaftlichen Ausbildung.
Der Anteil Landwirtschaftsfläche, die von Biobauern bearbeitet wird, hat sich in den vergangenen 15 Jahren vervielfacht, der Biolandbau hat sich auf den Höfen, am Markt und in der Gesellschaft etabliert. Auch die Ausbildung passt sich dieser Entwicklung an. Vor drei Jahren hoben Bio Suisse, Demeter und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL mit Unterstützung des Coop Naturaplan Fonds einen Pilotlehrgang für angehende Biobäuerinnen und Biobauern aus der Taufe. In den ersten beiden Jahren wanderte die Bioschule von Ort zu Ort. Sie genoss Gastrecht in den Kantonen Basel-Landschaft, Aargau und Luzern. Ab diesem Jahr hat die Schule an der Bio Schwand einen neuen Standort gefunden und wird von Bio Suisse, FiBL und Demeter gemeinsam mit dem Inforama des Kantons Bern durchgeführt.
An der Schwand sind die Infrastrukturen für die Durchführung der Schule vorhanden: Klassenzimmer, Gruppenräume, Aufenthaltsraum. Die Produktionsküche des Bio-Restaurants Vatter in Bern sorgt für das leibliche Wohl der Bioschüler. Übernachtet wird im zweiten Stock des Schulgebäudes, wo die Bio Schwand AG Einer- bis Viererzimmer sowie Massenlager anbietet.
Der Lehrgang ist Bestandteil der klassischen dreijährigen Ausbildung zum Landwirt und zur Landwirtin, mit Spezialisierung im dritten Lehrjahr auf biologische Landwirtschaft. Er bietet eine vertiefte und intensive Auseinandersetzung mit dem Beruf des Biobauern und den natürlichen Lebensgrundlagen.
Neues Ausbildungsmodell
Nach zwei Lehrjahren und bestandener Lehrabschlussprüfung (LAP 1) treten die Auszubildenden ein drittes Lehrjahr auf einem Biobetrieb an und gehen in Blockkursen zur Schule. Im dritten Lehrjahr haben sie also zusätzlich zur Schule noch eine praktische Ausbildung auf einem Lehrbetrieb, bevor sie die Fähigkeitsprüfung (LAP 2) ablegen. Dieses Modell ist neu und zukunftsweisend, denn nach dem neuen Berufsbildungsgesetz ist eine Berufslehre dual und mindesten dreijährig. Es ist also auch für das dritte Jahr ein Lehrvertrag abzuschliessen. Dies bietet auch Vorteile für die Lehrlinge, da sie sich dadurch auch ein Studiengeld verdienen können und den Praxiskontakt nicht missen müssen.
Bund und Kantone anerkennen die Ausbildung als Pilotversuch, bis zum Inkrafttreten der neuen Bildungsverordnung. Sie wird vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) und den Kantonen, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre Lehrstelle haben, mitfinanziert.
Die landwirtschaftliche Ausbildung befindet sich im Umbruch. Überall werden Schulen geschlossen oder fusioniert. Die Landwirtschaft ist einer der 300 Berufe, deren Ausbildung gemäss der neuen Gesetzgebung zur Berufsbildung reformiert wird. In diesem Umbruch leitet die Bioschule, die neue Wege verfolgt, einen wertvollen Beitrag.
In den bisherigen landwirtschaftlichen Ausbildungskonzepten folgte auf die LAP 1 nach zwei Lehrjahren eine Jahresschule oder zwei Wintersemester «Winterschule». «Dieses Modell mit drei Lehrjahren und Blockkursen im dritten Jahr wird sich auch in allen anderen Landwirtschaftsschulen durchsetzen», ist Kathy Hänni, Berner Grossrätin und Präsidentin der Bio Suisse Bildungskommission, überzeugt. «Dafür leisten wir jetzt wichtige Vorarbeit.»
Auch der Schweizerische Bauernverband SBV begrüsst den neuen Ausbildungsgang. «Wir erhoffen uns von diesem Pilotlehrgang Antworten, die wir in der laufenden Bildungsreform einbauen können», sagt Jakob Rösch, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung beim SBV in Brugg.
Zusammenarbeit mit anderen Schulen
Der Pilotlehrgang der Bioschule konnte nur in Zusammenarbeit mit kantonalen Landwirtschaftsschulen gestartet werden. In den ersten drei Jahren beteiligten sich die Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Luzern am Aufbau der Schule. Die Blockkurse fanden abwechselnd in den Infrastrukturen der Landwirtschaftsschulen dieser Kantone statt. Lehrkräfte der kantonalen Schulen erteilten Unterricht. Ab dem neuen Schuljahr übernimmt das Inforama des Kantons Bern diese Rolle, weil die Bioschule am neuen Bio-Zentrum Schwand stattfindet.
Mit der Pilotausbildung ging Bio Suisse von Beginn weg eine enge Zusammenarbeit mit der biologisch-dynamischen Fachausbildung ein. Dieser viereinhalbjährige Ausbildungsgang besteht seit bald 30 Jahren und ist seit 2004 vom Bund anerkannt. Das zweite Jahr der Fachausbildung nimmt seit dem Start im Jahr 2004 am Pilotlehrgang teil und ist somit in den Bildungsplan integriert.
Weitere Infos:
Artikel Berner Zeitung 14.08.2007 (pdf, 811KB)
Website der Bioschule
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