|
| 
Mitgliederversammlung des Vereins Bio Schwand Samstag, 3. November 2007
Sehr geehrter Herr Regierungspräsident, sehr geehrte Frau Regierungsrätin, sehr geehrte Herren Regierungsrat
Am 23. Dezember 2005 erteilte der Regierungsrat des Kantons Bern dem Amt für Grundstücke und Gebäude AGG den Auftrag, mit Bio Schwand in Verhandlungen zur Übernahme des leerstehenden Schwand-Areals in Münsingen zu treten. Diese Verhandlungen mündeten in einem Rahmenvertrag zwischen dem Kanton Bern, der CoOpera Sammelstiftung PUK und der Bio Schwand AG, welcher am 18. Oktober 2006 von Ihnen gutgeheissen wurde. Um die Bio Schwand-Idee zu unterstützen, traten wir dem Förderverein Bio Schwand bei, der unterdessen gut hundert Mitglieder zählt.
Seit dem ersten Regierungsratsbeschluss leistete die Bio Schwand AG viel Aufbauarbeit; zu einem grossen Teil übernahm sie Aufgaben von öffentlichem Interesse und betrieb unentgeltliche Wirtschaftsförderung für die Region Bern:
- Bio Schwand fand mit der CoOpera Sammelstiftung PUK eine Käuferin für die spezielle Anlage.
- Bio Schwand holte zwei schweizerische Landwirtschaftschulen in den Kanton Bern und bietet ihnen das nötige Umfeld.
- Das Bio Schwand-Projekt Sativa wandelte den vernachlässigten Bauerngarten in einen gepflegten Schaugarten um, der heute zahlreiche Besucher anzieht.
- Bio Schwand bietet Gewerbebetrieben einen Standort an.
- Bio Schwand schafft Arbeitsplätze – auch begleitete Arbeitsplätze.
Trotz ihres grossen Einsatzes hat Bio Schwand derzeit mit zwei existenziellen Problemen zu kämpfen:
- Differenzen zwischen dem Kanton Bern und der Gemeinde Münsingen bezüglich Mehrwertabschöpfung führten bei der Zonenplanänderung zu erheblichen Verzögerungen und grossen Unsicherheiten. Bio Schwand ist darauf angewiesen, dass die neue Zone raschestmöglich in Kraft tritt.
- Bei der Übernahme des Landwirtschaftsbetriebs Schwand verlangt das AGG einen Übernahmepreis, der für die Bio Schwand AG – gemessen an den im Rahmenvertrag ursprünglich genannten Übernahmebedingungen – eine gewaltige Mehrbelastung bedeutet, die nicht tragbar ist. Eine Ausschreibung zur Veräusserung des Hofes an einen kapitalkräftigen Selbstbewirtschafter löst das Problem nicht, selbst wenn es ein Biobauer wäre. Dieser Standort erfordert eine Pächtergemeinschaft mit hoher sozialer Kompetenz und der Bereitschaft, sich mit Bio Schwand zu verbinden.
Bio Schwand ist Teil der Zivilgesellschaft und übernimmt zu einem grossen Teil öffentliche Aufgaben. Bio Schwand schafft ein Umfeld für vielfältige Nutzungen, die im öffentlichen Interesse stehen. Deshalb verdient dieses Projekt erhöhte Aufmerksamkeit durch staatliche Organe. Wir bitten Sie, alles in Ihrer Möglichkeit stehende zu unternehmen, um die Stolpersteine, die das sehr gute Projekt Bio Schwand grundsätzlich in Frage stellen, aus dem Weg zu schaffen.
Bio Schwand ist ein starkes Pflänzchen, das sich kraftvoll entwickeln wird, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Bitte helfen Sie mit, dass es gedeihen kann. Bitte nehmen Sie Bio Schwand ernst. Es steht im öffentlichen Interesse – und wird sich lohnen.
|
|