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Die Bioschule von Bio Suisse an der Schwand läuft nach einem neuen Bildungsmodell, das nun für die ganze landwirtschaftliche Ausbildung übernommen wird: ein drittes Lehrjahr mit viel Unterricht. Eine Einschätzung durch direkt Betroffene.
«Geniale Atmosphäre und sehr motivierte Klasse»: Tobias Mauron und Alexandra Kapp.
Seit dem letzten Herbst findet an der Bio Schwand in Münsingen die Bioschule von Bio Suisse statt. In enger Zusammenarbeit mit dem Inforama des Kantons Bern bereiten Fachlehrer für Biolandbau eine Klasse mit 18 Schülerinnen und Schülern auf die Fähigkeitsprüfung (LAP 2) vor.
Die landwirtschaftliche Grundausbildung ist im Umbruch. Bio Suisse schlug mit dem Pilotlehrgang ein Bildungsmodell mit drei Lehrjahren vor, im dritten Jahr finden in Blockkursen über 900 Lektionen Unterricht statt (vergleichbar mit dem Modell des Kantons Thurgau). Dieses Modell wird sich künftig in der gesamten landwirtschaftlichen Ausbildung durchsetzen.
Das Pionierprojekt Bio Schwand bietet der Bioschule einen attraktiven Rahmen: Die Klasse kann den Aufbauprozess hautnah miterleben und sich in gewissen Belangen, wie etwa der Ausarbeitung einer Hausordnung, sogar beteiligen. Und gegessen wird ausschliesslich biologisch, aus der Vollwertküche des Restaurants Vatter.
Wie sieht die Bioschule aus der Innensicht aus? bioaktuell, das Magazin der Biobewegung, hat mit zwei Teilnehmenden gesprochen, mit Alexandra Kapp, die das dritte Lehrjahr im Kanton Basel-Stadt absolviert und mit Tobias Mauron, der eine Lehrstelle in der Nähe von Bern hat.
bioaktuell: Was gab für euch den Ausschlag, die Bioschule auf der Schwand zu besuchen? Alexandra Kapp: Dass ich mich als Biobäuerin ausbilden will, war von vornherein klar. Den Ausschlag für diese Schule hat die Möglichkeit gegeben, nebst der Schule auch noch zu arbeiten. Ein Jahr lang nur die Schulbank zu drücken, hätte mir weniger gepasst. Denn ich arbeite gerne, das ist ein guter Ausgleich. Tobias Mauron: Weil ich bereits eine Lehre als Zimmermann absolviert habe, kann ich eine verkürzte Lehre machen. Das dritte Lehrjahr ist daher für mich das zweite. Das bringt mir mehr Praxiserfahrung, um die ich sehr froh bin. Ich finde das Modell mit den Schulblöcken gut, so muss ich nicht einen ganzen Winter lang immer nur auf dem Stuhl sitzen.
Ihr könnt dieses Modell für die Landwirtschaftsausbildung der Zukunft also empfehlen? Tobias Mauron: Grundsätzlich schon. Nur finde ich, dass die Schule besser auf die drei Jahre verteilt werden sollte, oder zumindest auf das zweite und dritte. Da würde man im dritten Lehrjahr mehr vom Hof mitkriegen, und es wäre auch für die Lehrmeister eine Entlastung.
Wie findet ihr den Schulbetrieb der Bioschule? Alexandra Kapp: Die Atmosphäre ist genial und die Klasse sehr interessiert. Gegenüber der Berufsschule in den ersten Jahren ist das ein riesiger Vorteil. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass das Durchschnittsalter höher ist. Auch menschlich ist das Niveau sehr hoch, die Leute sind sehr motiviert. Tobias Mauron: Weil ich den Stoff der ersten zwei Lehrjahre in einem Jahr durcharbeiten musste, geht es mir jetzt manchmal zuwenig schnell vorwärts. Das Zusammenleben in der Klasse ist sehr gut. Am Abend spielen wir oft im Aufenthaltsraum oder machen unter uns Lernkontrolle und fragen uns gegenseitig ab. Das ist sehr lehrreich und bringt mehr, als wenn man selber lernt.
Wie erlebt ihr das Leben im Internat? Tobias Mauron: Das Zusammenleben erfordert Regeln, die wir gemeinsam aufstellen. So hat es im Klassenzimmer eine Ämtliliste, auf der zum Beispiel steht, wer das Frühstück vorbereitet und beim Biobauern Milch holt, wer für das Klassenzimmer verantwortlich ist und wer im Computerraum die Fenster schliesst und das Licht löscht und das Schulhaus am Abend abschliessen muss. Wir wohnen in Viererzimmern, wo wir uns gemütlich eingerichtet haben. Unterdessen haben wir auch einen Aufenthaltsraum und ein Lernzimmer. Alexandra Kapp: Am Anfang war vieles noch gar nicht organisiert, schliesslich sind wir die erste Klasse, die über längere Zeit hier wohnt. Doch daran haben wir gearbeitet, und jetzt läuft es gut. Tobias Mauron (schmunzelt): Und unterdessen ist sogar der Töggelikasten eingetroffen, den wir uns so sehnlich gewünscht hatten.

- Aufnahmebedingungen: bestandene Lehrabschlussprüfung 1. Teil (LAP1) als «LandwirtIn mit Spezialrichtung Biolandbau» oder 4 ½ Jahre landwirtschaftliche Praxis mit bestandener LAP 1.
- Kosten: Der Unterricht ist unentgeltlich. Für Vollpension im Internat, Lehrmittel und Exkursionen sind Fr. 5'000.- zu bezahlen.
- Auskünfte und Anmeldung: Geschäftstelle Bildung Bio Suisse, c/o FiBL, Robert Obrist, Ackerstrasse, 5070 Frick, Tel. 062 865 72 21, E-Mail robert.obrist@fibl.org, www.bioschule.ch
«Geniale Atmosphäre und sehr motivierte Klasse»: Tobias Mauron und Alexandra Kapp.
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